Vom Messeprototyp zum kommerziellen Produkt
LG Electronics stellte die LG Sound Suite auf der CES 2026 als modulare Alternative zu herkömmlichen Soundbars vor. Anders als viele Messeprototypen blieb das System nicht bloß eine Vorführung: Das Unternehmen bestätigte den kommerziellen Start in den USA am 6. Januar 2026. Es war sofort im Online-Shop und bei ausgewählten Händlern erhältlich.
Das zentrale Wertversprechen ist die flexible Konfiguration. Nutzer können ihr Audiosystem Schritt für Schritt aufbauen – von einer einfachen Soundbar bis hin zu einem vollständigen 13.1.7-Kanal-Heimkino, ohne komplizierte Verkabelung oder feste Installation. Diese Skalierbarkeit richtet sich an die wachsende Zahl von Verbrauchern, die Kinoqualität ohne den Aufwand eines herkömmlichen Systems mit fest installierten Lautsprechern wünschen.
Modulare Architektur: die vier wichtigsten Komponenten
Das System besteht aus vier Hauptgeräten, die einzeln oder gemeinsam betrieben werden können. Die H7-Soundbar dient als zentrale Einheit und ist die weltweit erste Soundbar mit Dolby Atmos FlexConnect. Sie verfügt über 12 Lautsprechertreiber und 8 Passivstrahler, die vom α11-Chip von LG verarbeitet werden, um klare Stimmen und tiefe Bässe zu liefern.
Die kabellosen M7- und M5-Lautsprecher vervollständigen das Surround-System. Der M7 bietet 3 Breitbandtreiber und einen Peerless-Tieftöner; der kompaktere M5 verfügt über einen Tieftöner und zwei Hochtöner. Um mit M5-Lautsprechern den vollen Dolby-Atmos-Funktionsumfang zu nutzen, müssen mindestens zwei Geräte verbunden sein. Der kabellose W7-Subwoofer ergänzt den Klang mit einem 8-Zoll-Treiber und lässt sich je nach Platzangebot hochkant oder liegend aufstellen.
Verbindung und Kompatibilität
- H7 Soundbar: Zentrale Einheit, über HDMI mit jedem Fernseher kompatibel.
- M7/M5-Lautsprecher: Werden drahtlos mit einem LG-Fernseher oder miteinander gekoppelt.
- W7-Subwoofer: Wird in die DAFC-Gruppe eingebunden, arbeitet aber nicht im aktiven DAFC-Modus.
- Konfigurationen: Je nach ausgewählten Komponenten sind 27 Kombinationen möglich.
Dolby Atmos FlexConnect: die Technologie, die die Regeln verändert
Das technische Alleinstellungsmerkmal der Sound Suite ist Dolby Atmos FlexConnect (DAFC). Die Technologie erkennt in Echtzeit die Position jedes Lautsprechers und optimiert die Audiosignale passend zur Raumaufteilung. Anders als bei herkömmlichen Systemen, die eine streng geometrische Platzierung voraussetzen, können DAFC-Lautsprecher flexibler aufgestellt werden, ohne dass die räumliche Immersion verloren geht.
Sound Follow ergänzt eine Ebene künstlicher Intelligenz, die nicht nur den Raum, sondern auch Position und Bewegung des Nutzers darin erfasst. Dafür ist ein Smartphone mit UWB-Technologie (Ultra-Wideband) erforderlich; außerdem muss das System mit der H7-Soundbar verbunden sein. Die Funktion ist seit dem 13. Januar 2026 verfügbar und passt den Klang dynamisch an die hörende Person an, sodass Lautsprecher nicht manuell umgestellt werden müssen.
Überprüfung der technischen Daten und Leistung
Die unabhängige Rezension von Wired bewertete das System mit 8/10 und hob die Surround-Klangqualität sowie die einfache Einrichtung hervor. Die Tester bestätigten, dass das System mittelgroße Räume wirksam mit immersivem 3D-Klang füllt und mit den Spitzenmodellen von Samsung und Sonos konkurriert. Das Display an der H7-Soundbar und die mobile App erleichtern die Raumkalibrierung und die Anpassung von Parametern in Echtzeit.
Zu den von der Fachpresse genannten Einschränkungen gehört der höhere Preis im Vergleich zu direkten Konkurrenten mit ähnlicher Ausstattung. Durch den Einzelkauf der Komponenten lässt sich die Investition jedoch an den tatsächlichen Bedarf anpassen, ohne für ungenutzte Funktionen zu bezahlen. Die Unterstützung fortschrittlicher Streaming-Formate wie Dolby Atmos macht das System zudem für aktuelle und künftige Inhalte digitaler Plattformen geeignet.
Verfügbarkeit, Preise und Märkte
Der Verkaufsstart in den USA erfolgte am 6. Januar 2026. Die offiziellen Preise betragen 999,99 $ für die H7, 399,99 $ für den M7, 249,99 $ für den M5 und 599,99 $ für den W7. In Kanada ist die Verfügbarkeit ähnlich, mit einer wichtigen Ausnahme: Der W7-Subwoofer soll dort erst nach März 2026 auf den Markt kommen. Kanadische Nutzer können das 13.1.7-Kanal-System daher direkt nach dem anfänglichen Verkaufsstart noch nicht vervollständigen.
In anderen Märkten, darunter Spanien, wird das System schrittweise eingeführt. Auf der offiziellen Website von LG Spanien finden sich bereits ausführliche Informationen, der genaue lokale Verkaufsstart kann jedoch variieren. Käufer sollten die Verfügbarkeit in ihrer Region prüfen, bevor sie einen Kauf planen – besonders, wenn sie Einführungsangebote oder Bundles mit LG-Fernsehern nutzen möchten, für die bei kombinierten Konfigurationen Rabatte von bis zu 400 $ angeboten werden.
Kaufentscheidung: Für wen eignet sich die Sound Suite?
Die LG Sound Suite richtet sich an Nutzer, denen Flexibilität und Erweiterbarkeit wichtiger sind als der Kauf eines festgelegten Systems. Sie eignet sich für alle, die mit einer Soundbar beginnen und das System nach und nach erweitern möchten, wenn sich Budget oder Audioanforderungen ändern. Da die Komponenten untereinander kabellos verbunden sind, ist die Einrichtung einfacher und die Anlage lässt sich bei einem Umzug oder einer veränderten Raumaufteilung neu konfigurieren.
Das System ist nicht die günstigste Option auf dem Markt, bietet aber besondere Vorteile bei Anpassungsfähigkeit und Lautsprecherpositionierung. Wer bereits einen Premium-Fernseher von LG besitzt, profitiert zusätzlich von der nativen Integration und der Unterstützung von Funktionen wie Sound Follow. Die Kaufentscheidung hängt davon ab, ob man in ein hochwertiges modulares System investieren möchte, das im heutigen Heim-Audio-Markt größtmögliche Freiheit bei der Konfiguration bietet.