Support lässt sich nicht mit nur einem Maß bestimmen
Beim Vergleich zweier Smartphones klingt „erhält Updates“ nach einer einfachen Antwort, kann aber Verschiedenes bedeuten. Ein großes Update ändert die Betriebssystemversion; ein Sicherheitsupdate schließt Schwachstellen; eine neue Funktion kann nur auf bestimmten Modellen verfügbar werden, obwohl diese dieselbe Version verwenden. Diese drei Dinge sollte man nicht in einer einzigen Jahreszahl zusammenfassen, ohne zu erklären, was die Zahl umfasst und für welche Modelle sie gilt. Eine Aussage zum Update-Support sollte deshalb benennen, um welche Art von Update es geht, statt alle Softwareänderungen gleichzusetzen.
Wichtig ist außerdem, wer die einzelnen Bestandteile veröffentlicht und bereitstellt. Für das iPhone dokumentiert Apple Softwareupdates und veröffentlicht Informationen zu seinen Sicherheitsversionen. Die Android-Dokumentation beschreibt Anforderungen und Werkzeuge der Plattform; die konkrete Supportpolitik hängt jedoch vom Hersteller und vom Modell ab. Android und iOS so zu vergleichen, als hätten beide jeweils eine allgemeingültige Richtlinie, kann daher zu einem irreführenden Schluss führen. Der Name des Betriebssystems allein sagt nicht, was der Hersteller eines bestimmten Smartphones zugesagt hat oder wie diese Zusage umgesetzt wird.
Was die Supportdauer bedeutet
Für Käuferinnen und Käufer ist die nutzbare Supportdauer der Zeitraum, in dem das eigene Modell weiterhin die benötigten Updates erhält – nicht einfach die Zeit seit der Ankündigung einer neuen Version. Die Zusage für große Versionsupdates sollte getrennt von der Zusage für Sicherheitspatches geprüft werden; ebenso sind Bedingungen zu beachten, die den Umfang der Abdeckung einschränken. Eine Richtlinie kann ab der Markteinführung des Smartphones, ab dem Verkaufsstart oder ab einem anderen Zeitpunkt rechnen. Ist der Ausgangspunkt nicht genannt, gibt es keine verlässliche Grundlage für einen Vergleich der Zeiträume. Eine hervorgehobene Zahl kann solche Unterschiede verdecken: Wortlaut und Geltungsbereich sind ebenso wichtig wie die Zahl selbst.
Bei Apple erläutert die Dokumentation zur Bereitstellung, wie Softwareupdates auf den eigenen Geräten verwaltet werden. Die Seite zu Sicherheitsversionen dient dagegen dazu, konkrete Veröffentlichungen nachzuschlagen. Diese Seiten ermöglichen es, verfügbare Sicherheitsinformationen zu überprüfen, ersetzen aber keine ausdrückliche Aussage dazu, wie viele Jahre ein bestimmtes Modell unterstützt wird. Ein vorhandener Updateverlauf ist für sich genommen keine Garantie für eine festgelegte künftige Supportdauer. Beim Vergleich müssen Belege für frühere Veröffentlichungen von einer ausdrücklich genannten Zusage für die künftige Abdeckung getrennt werden; das eine weist das andere nicht automatisch nach.
Bei Android müssen Marke und Modell berücksichtigt werden
Android ist eine Plattform, die von Produkten verschiedener Hersteller verwendet wird. Ein sinnvoller Vergleich muss deshalb das genaue Smartphone, seine Variante und den Verkaufsmarkt benennen; anschließend ist die offizielle Supportpolitik für genau dieses Modell zu suchen. Eine Aussage zu einer Modellfamilie darf nicht ohne Weiteres auf alle Geräte der Marke übertragen werden. Auch die Kenntnis der neuesten verfügbaren Android-Version reicht nicht aus: Sie zeigt weder, welche Version ein bestimmtes Gerät erhalten wird, noch wie lange. Modellbezogene Angaben sind entscheidend, denn eine allgemeine Beschreibung der Plattform kann die Abdeckung eines konkreten Produkts nicht belegen.
Die Android-Enterprise-Dokumentation zeigt, dass Systemupdates in verwalteten Umgebungen Verwaltungsrichtlinien unterliegen können. Das beschreibt nicht von sich aus den Zeitplan aller Smartphones für Verbraucherinnen und Verbraucher, hilft aber dabei, die Verfügbarkeit eines Systems von der Entscheidung zu unterscheiden, es auf einem verwalteten Gerät zu installieren. Für den Vergleich privat genutzter Smartphones sollte die Herstellerseite herangezogen werden. Dort sind Daten, erfasste Modelle, Versionen und Bedingungen zu prüfen, statt von einer Unternehmensrichtlinie oder einem anderen Telefon auf das eigene Gerät zu schließen. Entscheidend sind Angaben, die das betreffende Produkt ausdrücklich nennen oder eindeutig einschließen.
Eine neue Version erreicht nicht alle gleichzeitig oder auf dieselbe Weise
Die Ankündigung einer Version und ihre Verfügbarkeit auf einem Smartphone sind unterschiedliche Schritte. Apple kann eine iOS-Version ankündigen und später Updates sowie deren Verteilung dokumentieren. Bei Android können Hersteller Zeitpläne und Veröffentlichungen für ihre eigenen Geräte bekannt geben. In beiden Fällen belegt eine allgemeine Ankündigung nicht, dass jedes Modell, jeder Mobilfunkanbieter und jeder Markt das Update zu diesem Zeitpunkt installieren kann. Um festzustellen, ob es bereits verfügbar ist, sollte man das konkrete Gerät und das Datum der Quelle prüfen. Eine Verteilung kann allgemein angekündigt sein, während die Verfügbarkeit für ein bestimmtes Smartphone noch bestätigt werden muss.
Außerdem ist zwischen dem Erhalt eines Updates und der Nutzung aller neuen Funktionen zu unterscheiden. Die Kompatibilität einer Funktion kann vom Modell, dessen Fähigkeiten oder regionalen Einstellungen abhängen; Versionshinweise bedeuten nicht immer, dass sie auf allen geeigneten Geräten gleichermaßen verfügbar ist. Zur Bewertung einer Funktion sollte ihre Kompatibilitätsliste samt etwaiger veröffentlichter Bedingungen geprüft werden. Wurde das nicht verifiziert, ist es besser zu sagen, dass die Funktion angekündigt wurde, als zu behaupten, alle Nutzer hätten sie bereits. So bleibt der Unterschied zwischen einer angekündigten Funktion und dem bestätigten Zugang auf einem konkreten Gerät klar.
Ein praktisches Verfahren zum Vergleich zweier Smartphones
Vor einer Entscheidung sollten Marke, vollständiger Handelsname, Variante und Markt des Smartphones festgehalten werden. Anschließend sind die offiziellen Supportseiten des Herstellers aufzurufen und die Zusage für große Versionen, die Sicherheitszusage sowie ein gegebenenfalls veröffentlichtes Enddatum getrennt zu notieren. Prüfen Sie auch, welche Version derzeit verfügbar ist und wann die herangezogenen Seiten aktualisiert wurden. Daten sind wichtig: Eine nach der Markteinführung überarbeitete Richtlinie muss nicht die Bedingungen wiedergeben, die beim ursprünglichen Verkaufsstart galten. Mit diesen Angaben lassen sich bei beiden Geräten dieselben Aspekte vergleichen, statt sich auf eine allgemeine Aussage zu verlassen.
Eine kurze Checkliste macht Unterschiede sichtbar, ohne sie in eine irreführende Punktzahl umzuwandeln:
- Abdeckung: Nennt die Richtlinie ausdrücklich das genaue Modell oder die Modellfamilie?
- Umfang: Geht es um Systemversionen, Sicherheitspatches oder beides?
- Zeitplan: Wird ein Startdatum, ein Zeitraum oder eine Häufigkeit angegeben?
- Bedingungen: Gibt es Unterschiede nach Markt, Mobilfunkanbieter oder Variante?
- Funktionen: Ist die Neuheit auf diesem Modell oder nur auf einem Teil der Produktreihe verfügbar?
- Überprüfung: Ist die Seite offiziell und aktuell, und unterscheidet sie zwischen Zusage und Verfügbarkeit?
Welche Schlussfolgerungen die verfügbaren Informationen zulassen
Offizielle Dokumentation zeigt, was eine Plattform oder ein Hersteller ankündigt oder beschreibt. Für sich genommen ist sie jedoch kein unabhängiger Vergleich der tatsächlichen Leistungsfähigkeit ihrer Updateprogramme. Um festzustellen, welches Unternehmen seine Zeitpläne besser einhält, wäre eine Untersuchung vergleichbarer Modelle, ihrer Starttermine und der Empfangsdaten einzelner Patches sowie einheitlicher Kriterien für den Begriff „Support“ nötig. Ohne solche Daten wäre es nicht verantwortungsvoll, einen allgemeinen Gewinner zu bestimmen oder aus der Richtlinie eines Modells eine Aussage über eine ganze Marke abzuleiten. Die Beschreibung einer Richtlinie und der Nachweis ihrer Umsetzung beantworten unterschiedliche Fragen.
Der sinnvollste Vergleich beginnt daher mit zwei konkreten Smartphones und trennt Zusagen, Verfügbarkeit und Kompatibilität. Die hier herangezogenen Quellen erklären, warum diese Unterscheidungen wichtig sind, enthalten aber keine vollständigen Supportbedingungen für bestimmte kommerzielle Android-Modelle. Die Schlussfolgerung muss begrenzt bleiben: Der Name des Betriebssystems reicht nicht aus, um die Supportdauer eines Smartphones zu bestimmen. Dafür muss die offizielle Richtlinie für das betreffende Modell geprüft und müssen die für dieses Gerät veröffentlichten Updates verifiziert werden. Ein sorgfältiger Vergleich sollte klar ausweisen, was dokumentiert und was nicht überprüft wurde.